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MYTHOS WORK-LIFE-BALANCE?
Interstuhl    08.02.2018     1967

AUF DER SUCHE NACH DEM GLEICHGEWICHT

Während Blogs und freundlich formulierte Karriereseiten den Siegeszug der Work-Life-Balance feiern, fragt sich der durchschnittliche Angestellte, wie er seinen Work-Life-Stress bewältigen soll. Denn Arbeit und Leben unter einen Hut zu bringen, klingt in der Theorie einfacher als im Alltag mit Überstunden und Familienpflichten. Ist die Work-Life-Balance also nur schöne Lifestyle-Utopie? Nein. Man muss sie nur anders denken.

 

STRESS NACH FEIERABEND, DAVOR UND DAZWISCHEN: STOPP!

Der moderne Mitarbeiter ist ein Widerspruch in sich: Er stöhnt unter der Arbeitslast, freut sich aufs Wochenende und will mehr Raum für die Familie. Doch andererseits definiert er sich auch über seine Arbeit, will Karriere machen und seinen Chef zufriedenstellen. Der Kopf befindet sich ständig im Zwiespalt: Am Schreibtisch denkt er über die To-Do-Liste für den Feierabend nach, noch im Bett geht er die Präsentation für nächste Woche durch.

Äußert sich dieser Zwiespalt in Schlafstörungen, ständiger Unruhe, Stimmungstiefs und Konzentrationsschwierigkeiten, ist es meist schon fünf nach zwölf. Denn wenn sich Stress in körperlichen Symptomen manifestiert, hat der Geist schon längst vor der Last kapituliert. Die Crux: Sich einzugestehen, dass es so nicht weitergehen kann, ist wiederum Stress. Schließlich heißt das, sein Selbstbild und die Rolle als Person zu überdenken. Doch anders geht es nicht.

 

DIE LÜGE DER UNENTBEHRLICHKEIT

Mit dem Einzug digitaler und mobiler Technologien haben wir uns dem Zwang der ständigen Erreichbarkeit untergeordnet. Ohne ersichtlichen Grund. Denn auch, wenn die globale Vernetzung immer enger wird, heißt das noch lange nicht, dass unser Beitrag dazu unentbehrlich ist.

Oder anders: Bricht das Unternehmen zusammen, wenn diese E-Mail oder jener Anruf nicht umgehend beantwortet wird? Natürlich nicht. Bin ich ein schlechter Freund, wenn ich die Clique ohne mich zum Dinner schicke, weil ich lieber auf der Couch bleiben will? Kein bisschen.

Wir haben uns selbst darauf programmiert, unsere Rolle im Arbeits- und Privatleben als wichtiger einzustufen, als sie ist. Und zwar nicht im überheblichen Sinne. Sondern aus dem sozialen Drang heraus, anderen das Leben leichter zu machen und nicht anzuecken. Darum ist es unentbehrlich, sich einen gesunden Egoismus anzutrainieren. Statt 'mal sehen' oder 'vielleicht' ist das Zauberwörtchen 'Nein' ein wichtiger Bestandteil der Work-Life-Balance. Der Witz dabei: Anderen geht es genauso. Und auch sie sind nicht unentbehrlich.

 

FREIZEITDISZIPLIN STATT FREIZEITSTRESS

Work-Life-Balance lässt sich auch anders lesen: Genauso, wie sich die Projekte am Schreibtisch stapeln, stapeln sich die Verpflichtungen auf der anderen Seite der Waage. Und hier heißt es zwingend entrümpeln.

Während es für Angestellte ziemlich schwierig ist, Projekte und Aufgaben nach ihrer Qualität zu priorisieren und Nichtlohnendes abzulehnen, gilt das fürs Privatleben noch lange nicht. Die Masterfrage: Welcher Freizeittermin macht mir wirklich Spaß? Wie kann ich zum Beispiel die Familienzeit gestalten, damit nicht nur Kind und Kegel, sondern ich auch zum Zuge komme? Was mache ich mit meinen Freunden am liebsten? Ein ehrlicher Check zeigt meist ziemlich deutlich, was wir nur tun, um anderen zu gefallen.

Nun wäre es ein Leichtes, ins Gegenteil von Balance zu verfallen und nach der Arbeit direkt auf der Couch festzuwachsen. Jeden Tag. Und 'Nein' zum Hauptwort der Kommunikation mit dem privaten Umfeld zu erheben.

 


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